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Kleine Leseliste zur japanischen Anti-AKW-Bewegung

Wie hat sich die japanische Medienöffentlichkeit nach 3/11 entwickelt? Gab es eine Reaktion auf die Ereignisse in Fukushima und hat sich eine japanische Anti-AKW-Protestbewegung herausgebildet? Wie ist diese strukturiert und wie präsent ist sie in der Öffentlichkeit? Wie nutzen die AKW-Gegner neue Medien, um sihc zu formieren?

Zu diesem Themenkomplex habe ich eine Leseliste zusammengetragen, die ich laufend ergänze.

Asahi Shinbun (2012): 「さようなら原発」大江氏ら大規模集会 東京・明治公園 [Tschüss Atomkraft- Große Versammlung im Meiji-Park, Tôkyô mit Kenzaburo Ôe]

Endô, Kaoru (2012). 福島第一原発事故で社会は変わるのか? [Verändert sich die Gesellschaft durch den Unfall in Fukushima?] In: ders.: メディアは大震災・原発事故をどう話ったか。報道・ネット・ドキュメンタリーを検証する [Wie haben die Medien über das Erdbeben und den Atomunfall berichtet? Eine Untersuchung in den Bereichen: Berichterstattung, Internet, Dokumentationen] Tôkyô Denki University Press, 231-254.

Gebhardt, L. (2013). Der Mut zur Meinung – Eine Miniaturskizze der kritischen Öffentlichkeit. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 313-325.

Gegenbach, K., Jawinski, F., & Mladovena, Dorothea (2013). Politik, Energie, Kultur in Wechselwirkung – Wie sich Atomkraft in Japan durchsetzte. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 32-53.

Hasegawa, U. (2012): 再稼働を止めるために. 新しいデモと地元との対話 [Gegen das Wiederanfahren von Atomkraftwerken. Neue Demonstrationsformen und die Interaktion mit den Ortsansässigen.] People`s Plan 58, 40-48.

Hirabayashi, Y. (2012): 反原発デモと若者 [Anti-Atomkraft-Demonstrationen und junge Leute] People`s Plan 58, 65-70.

Honbo, Akira (2012): 原発災害報道にツイッターを活用 – テレビ・ラジオを補う結果 [Die Nutzung von Twitter als Ergänzung zu Fernsehen und Radio bei der Berichterstattung über die Atomkatastrophe]. Shinbunkenkyû 722(9), 28-32.

Itô, Mamoru (2012): テレビは原発事故をどう伝えたのか [Wie hat das Fernsehen über den Atomunfall berichtet?] Tôkyô: Heibonsha.

Leser, J., & Trunk, M. (2013). Radioactivists – Wurzeln und Dynamiken von Protest und Dissidenz in Japan seit Fukushima. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 337-348.

Leser, Julia (2012): Protest in Japan seit Fukushima. Neue Formen des politischen Engage-ments am Beispiel der Gruppe “Aufstand der Amateure”. München: Grin.

Liskutin, Nicola (2012): Vernetzt euch! Fukushima, neue Medien und die Anti-AKW-Bewegung. In: Richter, Steffi / Gebhardt, Lisette (Hrsg.): Japan nach „Fukushima“.: ein System in der Krise. Leipzig: Universitäts-Verlag.

Metropolitan Coalition against Nukes (2012): 首都圏反原発連合主催のデモ・抗議活動におけるのぼり・旗・プラカードのガイドライン [Demo der Anti-Atomkraft-Koalition des Hauptstadgebietes – Guideline betreffend der Banner, Fahnen und Plakate bei Protestaktionen]

Môri, Takashi (2011), デモの方法論 [Demonstrationsmethoden] In: Twit no Nukes (Hrsg.): デモいこう!声をあげれば世界が変わる。街を歩けば社会がみえる Tôkyô: Kawade shobō shinsha, 31-36.

Richter, S. (2013). Fukushima. Wissen er/fahren: Vor Ort In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 400-422.

Saitô, Harume (2011).「脱原発」の声と運動はどう報道されたのか [Wie wurde über die Anti-AKW-Bewegung berichtet?] In: Maruyama, Shigetake (Hrsg.): これでいいのか福島原発事故報道 [War es so in Ordnung? Berichterstattung über den Atomunfall in Fukushima]. Fôkyô: Akebi Shobô, 128-147.

Singler, A. (2013). Die Wahrheit eines Soloartisten – Der Anti-Atomkraft-Aktivist Yamamoto Tarô. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 326-331.

Singler, A. (2013). Streifzug durch die japanische Protestszene im Herbst 2012 – Eine Reportage. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 369-399.

Takenobu, Mieko (2011): 市民メディアに突き動かされたマスメディア。新しい連携さぐるとき [Die durch die Bürgermedien in Bewegung gekommenen Massenmedien. Zeit nach einer neuen Zusammenarbeit zu suchen]. In: People`s Plan 54, 63-67

The Future Times (2012): Twitterから始まったでもTwit no Nukes [Die auf Twitter begonnene Demo „Twit no Nukes“.]

Twit no Nukes (2011): デモいこう!声をあげれば世界が変わる。街を歩けば社会がみえる[Auf zur Demo! Wenn wir die Stimme erheben, verändert sich die Welt. Wenn wir auf die Straße gehen, wird es für die Gesellschaft sichtbar] Tôkyô: Kawade shobō shinsha.

Yamada, Kenta (2013). 原発再稼働の伝え方 [Die Berichterstattung über das Wiederanfahren von AKW Ôi] In: ders. 3・11とメディア。新聞・テレビ・WEBは何をどう伝えたか [3/11 und die Medien: Was haben TV, Zeitungen und Web wie berichtet?] Tôkyô: Transview, 22-31.

Zöllner, Reinhard (2012): “Sayonara Atomkraft”: Bisher größte Anti-Atomkraft-Demonstration in Tokyo.

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ドイツ語で何を読んだらいいか

いつかドイツ文学を読むことができたいドイツ語を勉強する人が多い。でも、最初に、何を読んだらいいかな。ゲーテとかの有名な文学は読みにくいし、単語は古いし、文法もう難しいです。そして子供の本を読むのはどうでしょう。

私の進めはJanoschの絵本です。絵とテキストのバランスは良くて、内容がわからないとき絵は助けとなる。また、文は主に主文ですから、読みやすいです。

Janoschの一番有名な本 Ach, wie schön ist Panama がこうして始まる:

„Es waren einmal ein kleiner Bär und ein kleiner Tiger, die lebten unten am Fluss. Dort, wo der Rauch aufsteigt, neben dem großen Baum. Und sie hatten auch ein Boot.“ (3)

この風に話が続ける。次のペーギはAmazonで読むことができる。

私は毎週会うと日本人(„Tandem-Partner“)その本を読んで初めて、とてみ楽しかった。まえはOttfried Preußlerの子供の本を読んでみたが、そんなにうまくいかなかった。だから、この本は進める。

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Alte Märchen neu illustriert: Hänsel und Gretel

Ich war auf der Suche nach einem Geschenk für einen Deutschlernenden. Was bietet sich da besser an als ein Buch mit weniger Text und mehr Bildern? Ein allzu kindliches Bilderbuch wollte ich aber auch nicht verschenken. Die Ausgabe von Reclam ist da ein toller Kompromiss: Sie bietet ein klassisches, deutsches Märchen in sehr ansprechend aufbereiteter Form.

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Die Illustrationen sind bunt, aber nicht zu kindlich. Ein Großteil des Buches wirkt sogar eher bedrohlich als niedlich. Der Stil des Illustrator Markus Lefrancois ist neu und frisch: Er kombiniert farbig konturierte Aquarelle mit geometrischen Elementen. Eigentlich sind die Geschichten alt und jedem gut bekannt, durch die neuen, frischen Illustrationen macht es aber wieder Spaß, sie erneut zu lesen.

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Zwar konnte ich aus rechtlichen Gründen keine Fotos vom Inneren des Buches machen, wer sich die Illustrationen aber anschauen will, kann dies in dieser umfangreichen Vorschau.

Neben Hänsel und Gretel ist im letzten Jahr noch ein weiteres Märchen,Dornröschen, als illustrierte Ausgabe erschienen. Ich bin gespannt, ob Francois Lefrancois noch weitere Bücher für Reclam illustriert.

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E-Books zum Anfassen

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Ich mag die Stadtbücherei Münster nicht nur wegen ihrer guten, aktuellen Buchauswahl, sondern auch, weil sie technisch immer mit den aktuellen Entwicklungen mitgeht.

Sebstausleiheterminals gibt es schon seit Jahren, neben Büchern gibt es ein gut sortiertes Angebot an allen weiteren Medien, also Hörbüchern, CDs und DVDs und Spielen. Auch bei der Onleihe macht die Bücherei mit. Seit neuestem scheint sie diese nun auch aktiv zu fördern, indem sie eBook-Reader zum Anfassen und Ausprobieren anbietet.

Ganz prominent wird für diese “Kennenlern-Ecke” draußen vor der Tür geworben und auch in der Bibliothek weisen Aufsteller auf das neue Angebot hin.

“Wir machen Sie fit in Sachen digitales Lesen”

Die “eBook Lounge” selbst ist futuristisch mit grünem Licht gestaltet, sonst aber etwas kärglich ausgestattet. Natürlich, die Bücher fehlen ja nun! Stattdessen gibt es einen Tisch, Stühle und auf dem Tisch sieben Geräte zum Ausprobieren:

  • Bookeen Cybook Odyssey
  • Kobo Touch
  • Sony PRS-T2
  • TouchMe
  • Trekstor E-Book Player 3.0
  • iPad2
  • Pro-Line Tablet-PC M-728

Praktisch finde ich an dieser Angebotspalette besonders, dass neben den E-Book-Readern auch zwei Tablets zum Vergleichen angeboten werden. Die Frage, vor der ich nämlich stand, war nicht, ob ich mir ein Gerät kaufe, sondern ob es nun ein Reader oder Tablet werden soll.

An die “eBook Lounge” schließt sich direkt ein Informationsstand zur Online-Ausleihe von Büchern an, was natürlich sehr geschickt ist, da der Besucher so auch gleich erfährt, dass man mit den Readern und Tablets dann auch wirklich etwas anfangen und eBooks (ohne zusätzliche Kosten) ganz einfach lesen kann.

Ob es in anderen Büchereien wohl schon ähnliche Projekte gibt?

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Überlegungen zum E-Book / Nachlese zur Buchmesse

Beim Young Professionals Day auf der Frankfurter Buchmesse gab es mehrere Vorträge, die sich mit aktuellen Entwicklungen in der Buchbranche beschäftigen. Besonders interessant war für mich der e-Publishing Workshop von Peter Schmid-Meil (@derlektor).

Auch wenn Schmid-Meils Workshop eigentlich nur Einführungscharakter hatte, hat er doch einige wichtige Punkte treffend, kurz und knapp auf den Punkt gebracht.

„Es gibt keinen Schutz fuer Buecher / E-Books.“

DRM und Co. erschweren das Lesen von E-Books. Noch herrscht bei vielen die Ansicht vor, man müsse die Buecher schützen. Dass jeder Kopierschutz umgangen werden kann und eigentlich alles irgendwo (wenn auch nicht legal) im Internet zu bekommen ist, wird übersehen. Stattdessen machen es die Verlage dem Kunden schwer.

„Apple und Amazon sind erfolgreich, weil sie vom Kunden aus denken.“

Dazu ein Beispiel von mir: Ein Kollege wollte sich neulich ein E-Book auf sein iPad laden. Das ging aber gar nicht so einfach, denn er hatte keine App zum Lesen für das DRM-geschützte Buch. Eine andere Kollegin erklärte ihm, welche Schritte er unternehmen müsste, um das E-Book zu lesen. Er darauf: “Das ist ja, wie wenn ich ein Auto beim Händler kaufe, es dann aber erstmal 3 km schieben muss, um es aufzutanken, damit ich dann endlich losfahren kann.” Ich finde den Vergleich recht treffend.

Es wird nicht vom Kunden gedacht oder wenn, dann von “bösen” Kunden. Kunden, die E-Books zigfach herunterladen und kopieren und umsonst an alle ihre Freunde weitergeben. Schmid-Meil argumentiert so:

„Die Leute, die sich das Buch umsonst herunterladen, würden es nie bezahlen, denen ist es nichts Wert. Wir wollen die Personen als Kunden, die bereit sind, Geld auszugeben.“

Und genau diesen Personen sollte man es doch ermöglichen, ein E-Book mit all seinen Vorteilen zu genießen und es lesen zu können, wie, wann und wo sie wollen.

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Frankfurter Buchmesse 2012 – ein Bericht für Bibliophile

Vom 12. bis 13. Oktober war auch ich auf der Frankfurter Buchmesse. Ich habe neue Apps und Programme bewundert, die das Lesen und Publizieren von Texten einfacher machen sollen, an Informationsveranstaltungen für den Nachwuchs teilgenommen (wie etwa der Führung “Enhanced Future” der Jungen Verlagsmenschen) und wie immer viele neue Leute kennengelernt.

Wenn zwischendrin noch Zeit war, bin ich durch die Hallen gestreift und habe Fotos geknipst. Ich war auf der Suche nach schön gestalteten Büchern, gemütlichen Ständen und besonderen Bucharrangements.

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An den japanischen Ständen war das Fotografieren nicht überall erlaubt.

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Schön arrangiert in Dunkelblau und Pink.

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Am Stand von Thienemann war “Der Räuber Hotzenplotz” ganz präsent.

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Statt vieler Bücher an der Wand ein großes Bild vom “Mann im Mond”.

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Eine gemütliche Atmosphäre und – auf dem Bild nicht zu sehen – dazu Lesesessel, die zum Verweilen einladen.

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Der Diogenes-Stand glänzt mit seinen Büchern natürlich vor allem strahlend-weiß, hat aber auch ein paar schöne Farbkleckser dazwischen.

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Büchertisch zum Erkunden.

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Die Bücherwand von Droemer Knaur ist wahrscheinlich jedem aufgefallen, der auch auf der Buchmesse war.

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Ich habe das perfekte E-Book gefunden!

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Nicht inhaltlich, sondern eher technisch. Das E-Book habe ich direkt bei A Book Apart, einem Magazin, das ich sowieso gerne lese, heruntergeladen. Es ist keine Registrierung notwendig und die Zahlung geht ganz einfach per Kreditkarte oder Pay Pal.

Danach kann ich das Buch direkt herunterladen, der Link zum Download bleibt eine Woche bestehen. Es stehen verschiedene Formate zur Auswahl.

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Was mich natürlich am meisten begeistert ist, dass ich das E-Book mit Read Mill öffnen kann. Read Mill bietet die Möglichkeit, ein E-Book nicht nur zu lesen, sondern auch Markierungen und Anmerkungen vorzunehmen und Zitate zu teilen – und das in einer übersichtlichen, schön gestalteten App.

Ein weiterer Vorteil: Dieses Buch ist ein Sachbuch, das ich immer mal wieder brauche. Bei Belletristik ist das anders. Habe ich einen Roman beendet, kann ich den beruhigt ins Regal stellen. Aber Sachbücher brauche ich immer wieder, an ganz verschiedenen Orten. Praktisch, dass ich es jetzt sogar mit auf die Arbeit nehmen und jederzeit etwas nachschlagen kann. Wenn es also möglich ist, dann greife ich bei Sachbüchern jetzt nur noch zum E-Book!

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Das Hörbuch als Buch-Ersatz?

Zum ersten Mal richtig aufgefallen ist es mir bei Nina von Libromanie: Bei den Lesestatistiken im Januar, Februar und März stehen fast so viele Hörbuchtitel wie Bücher. Auch ich greife oft zum Hörbuch, wenn es möglich ist, denn Hörbücher kann man immer dann hören, wenn keine Zeit zum Lesen bleibt: In der Bahn, beim Kochen, bei der Hausarbeit.

Vorteile von Hörbüchern

Dass ich meine Hörbücher praktisch überall mit hinnehmen kann und dass sie mir lange Wartezeiten verkürzen und kurze Zwischenpausen überbrücken, das ist ein unschlagbarer Vorteil. Noch dazu sind Hörbücher recht günstig verfügbar – entweder für 9,99 € im Abo bei audible.de oder aber ganz umsonst aus der Stadtbibliothek. Hier habe ich auch keine Rückgabefrist, denn ich kann mir die Hörbücher so lange auf meinem Ipod speichern, bis ich sie ausgehört habe.

Ein weiterer Vorteil für mich: Hörbücher kann ich auch hören, wenn mir nach langer, anstrengender Bildschirmarbeit die Ohren schmerzen. Im Gegensatz zum Buch kann ich mein Hörbuch auch mit jemandem gemeinsam hören. Zwar interessiert sich mein Freund beispielsweise für die meisten Hörbücher, die ich höre nicht wirklich, aber als ich neulich „Per Anhalter durch die Galaxis“ mitgebracht habe, hat er auf einmal ganz gebannt zugehört.

Bei so vielen Vorteilen könnten Hörbücher doch eigentlich das Buch ersetzen, oder? Für eine kurze Zeit, am Anfang, wenn die Faszination für das neue Medium am größten ist, tun sie das vielleicht auch. Langsam kommen mir aber auch erste Ermüdungserscheinungen.

Stapel von Hörbüchern

Nachteile von Hörbüchern

Lesen und Hören sind ganz unterschiedliche kognitive Aktivitäten. Und das merkt man auch beim Hörbuch: Es nimmt mich bei Weitem nicht so stark gefangen wie ein Buch. Oft schweife ich gedanklich sogar ab. Dabei würde ich das Hörbuch, wäre es ein Buch, sicher ganz aufmerksam lesen. Woran liegt es also, dass mir Hörbücher immer eine Spur langweiliger vorkommen als „richtige“ Bücher?

Klaus Weimar beschreibt in einem Aufsatz(1) die Technik des Lesens als ein „zu sich selbst sprechen in fremdem Namen“. Indem wir einen Text lesen, lesen wir ihn uns selbst in unserem Kopf vor. Bei Kindern, die gerade lesen lernen, kann man dies oft noch direkt beobachten, wenn sie sich den Text laut vorlesen, um seine Worte über das Ohr zu erfassen.

Liest mir aber ein Vorleser ein Buch vor, muss ich mich an seine Stimme, seinen Sprachrhythmus, seine Geschwindigkeit anpassen. Bei manchen Autoren stört mich deren Vorlesegeschwindigkeit sehr, zum Beispiel liest mir Andrea Sawatzi „Flavia de Luce“ viel zu schnell vor.

Einen Hörbuchautor kann ich zwar bitten, kurz anzuhalten, anders als einem Vorleser kann ich ihm aber keine Fragen stellen oder ihm vorschlagen, sein Lesetempo etwas zu drosseln. Und das entscheidenste: Ich kann nicht bei einem Satz verweilen, den ich für wichtig halte. Oder habt ihr bei einem Hörbuch schon einmal den Versuch unternommen, nach einem bestimmten Satz zu stoppen und ihn erneut abzuspielen? Unmöglich, selbst die Kapitelanwahl ist ja nicht immer eindeutig!

Fazit

Ein Hörbuch bleibt für mich also immer ein Zwischendurch-Buch. In diesen Momenten, also unterwegs und bei Hausarbeiten habe ich viel Freude daran, dass es Bücher auch in dieser Form gibt. Und wenn ich müde bin, dann freue ich mich, wenn mir einer meiner Lieblingssprecher ein Buch vorträgt. Möchte ich mich mit den Inhalten aber tiefgehender auseinandersetzen, dann greife ich doch lieber auf die Buchausgabe zurück.

(1): Weimar, Klaus (1999): Lesen. Zu sich selbst sprechen in fremden Namen. In: Bosse, Heinrich / Renner, Ursula (Hrsg.): Literaturwissenschaft. Einführung in ein Sprachspiel.

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