Shopware

Shopware für Verlage

Das richtige E-Commerce-System für einen Shop zu finden ist nicht einfach, wenn man selbst nicht schon mit unterschiedlichen Systemen gearbeitet hat. Wenn ihr zudem noch auf der Suche nach einem E-Commerce-System für eure Verlagswebsite seid, wird es noch einmal schwieriger, denn Verlage haben meist zusätzliche Anforderungen an Webshops. In diesem Beitrag stelle ich euch das Shopware 5 aus Verlagssicht vor und zeige euch, wie ihr damit einen Shop aufsetzen könnt, der alles beinhaltet, was Verlage benötigen.

Tipp: Um Shopware vollumfänglich zu testen und die hier beschriebenen Ideen nachzuvollziehen, könnt ihr die offizielle Demoversion http://www.shopwaredemo.de nutzen. Eine Registrierung ist nicht nötig.

Und noch ein Hinweis: Ich beschreibe hier, was mit Shopware grundsätzlich möglich ist und zeige euch, wie flexibel das System ist. Wenn ihr allerdings professionell mit einem größeren Produktsortiment arbeitet, ist es natürlich empfehlenswert, für einige der unten beschriebenen Funktionen richtige Plugins (d.h. einzelne Module, die der Grundinstallation von Shopware flexibel hinzugefügt werden können) zu entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Produktdetailseite
  2. Produkte richtig sortieren
  3. Autoren

1. Die Produktdetailseite

1.1. Produktinformationen

Shopware bringt von Haus aus schon viele praktische Felder mit, in denen nur noch die Produktinformationen eingetragen werden müssen wie beispielsweise Produkttitel, Lagerbestand, Breite und Höhe usw. Da Shopware aber erstmal von Haus aus noch nicht für den Buchverkauf vorgesehen ist, fehlen diese Felder:

  • Autor
  • Format (z.B. gebunden, Taschenbuch)
  • Auflage
  • Seitenanzahl

Diese lassen sich in Shopware relativ leicht über die Attributfelder nachrüsten. Die ersten beiden Freitextfelder sind sogar schon im Backend beim jeweiligen Artikel (Artikel – Übersicht – Artikel bearbeiten) vorhanden:

Freitextfelder in Shopware

Zusätzliche Felder lassen sich bei Shopware über Einstellungen – Freitextfeld-Verwaltung bearbeiten.

Freitextfeld-Verwaltung in Shopware

Wie auf dem Screenshot zu sehen, findet ihr hier auch die Freitextfelder, die im Screenshot oben befüllt werden. Benennt diese Felder einfach in „Seiten“ und „Format“ um, und schon ist die Produktseite um diese Informationen ergänzt:

beispielhafte Produkteseite

Weitere Felder lassen sich über die Freitext-Verwaltung hinzufügen:

Freitextfeld-Verwaltung in Shopware

Unterhalb der konfigurierten Felder attr1 bis attr4 gibt es noch die Felder attr5 bis attr20, die ihr aktivieren und wie die oben vorgestellten Felder umbenennen könnte. Um sie unterhalb der oben konfigurierten Seiten und dem Buchformat anzeigen zu lassen, ist allerdings noch eine Ergänzung in der Template-Datei eures Themes notwendig.

Da das Templating von Shopware ein Thema für sich ist und dieser Artikel eigentlich nur einführend sein soll, führe ich die Änderung der Vollständigkeit halber auf. Für jemanden, der sich mit Templating auskennt, ist es keine große oder aufwändige Sache. Ihr solltet euch darüber aber zunächst nicht weiter den Kopf zerbrechen, sondern einfach weiterlesen, was mit Shopware noch alles möglich ist!

Notwendige Ergänzung in /detail/index.tpl (beispielhaft für ein neues Attributfeld „attr5“):


{block name='frontend_detail_data_attributes' append}
{if $sArticle.attr5}
    <li class="base-info--entry entry-attribute">
        <strong class="entry--label">
            {s name="DetailAttributeField5Label"}{/s}:
        </strong>

        <span class="entry--content">
            {$sArticle.attr5|escape}
        </span>
    </li>
{/if}
{/block}

1.2. Auch erhältlich als…

Produkte in ähnlichem Format bei Amazon

Amazon macht es – wie so oft – geschickt vor und verknüpft Produkte in unterschiedlichen Medienformaten miteinander. So sieht der Kunde immer auf einen Blick, ob es eine gebundene Ausgabe, ein Taschenbuch, ein E-Book oder eventuell sogar noch ein Hörbuch zu diesem Titel gibt. In Shopware ist diese Möglichkeit noch nicht direkt angelegt, über einen kleinen Umweg könnt ihr aber eine Verknüpfung schaffen: Macht euch einfach die Zubehör-Artikel und die oben vorgestellte Freitextfeld-Verwaltung zunutze!

Verknüpft dazu zuerst beim jeweiligen Artikel im Reiter Cross-Selling:

Cross-Selling bei Shopware

Bei einem Buch macht es Sinn, dieses jetzt mit seinem E-Book, Hörbuch, der gebunden Ausgabe und der Taschenbuchausgabe untereinander zu verknüpfen. Entscheidend dafür, dass die Verknüpfung auch funktioniert ist, dass das Feld „Format“ (attr2), das wir unter 1.1. angelegt haben, existiert und ausgefüllt ist – nämlich mit dem Format, das verlinkt werden soll. So steht dann beim Buch:

Auch erhältlich als:

  • gebundenen Ausgabe
  • E-Book
  • Hörbuch

Mit dem Code weiter unten – an der richtigen Stelle eingebunden – kann das dann so aussehen:

Medium in anderen Formaten erhältlich

Und hier der Code:

{s name="DetailDataInfoZubehoer" namespace="frontend/detail/index"}Auch erhältlich als:{/s}

{if $sArticle.sRelatedArticles && !$sArticle.crossbundlelook}
<ul>
    {foreach $sArticle.sRelatedArticles as $accssoryproduct}
            {if $sArticle.sRelatedArticles && !$sArticle.crossbundlelook}
                <li>
                    <a href="{$accssoryproduct.linkDetails}">{$accssoryproduct.attr2}</a>
                </li>
            {/if}
        {/foreach}
</ul>
{/if}

1.3. Leseproben Above the Fold einbinden

Leseproben lassen sich bei Shopware für jeden einzelnen Artikel ganz einfach im Reiter Ressourcen einbinden. Leider erscheinen sie dann aber auch nur ganz unten, zusammen mit anderen Downloads und Ressourcen. Da die Leseprobe aber mit das wichtigste Verkaufsinstrument ist, sollte sie direkt beim Buch eingebunden werden, am besten ganz prominent direkt daneben – der Platz ist schon vorhanden, da Shopware hier sowieso schon die Innenansichten einbindet:

Leseprobe einbinden - so könnte es aussehen

Wichtig ist nun, dass ihr bei jedem Upload die Leseprobe in Shopware (nicht der Dateiname, sondern die Bezeichnung im Shopware-Backend) mit „Leseprobe“ benennt. Dann lässt sich folgender Code in der Produktdetailseite weiter oben so einbinden, dass die Leseprobe – wenn vorhanden – noch über den Innenansichten angezeigt wird:

    <div class="image--thumbnails image-slider--thumbnails">
        {foreach $sArticle.sDownloads as $download}
            {if $download.description == "Leseprobe"}
                                
                <a href="{$download.filename}" target="_blank" title="Leseprobe {$sArticle.articleName}">
                    <span>
                        {s name="DetailThumbnailLeseprobe" namespace="frontend/detail/index"}Leseprobe{/s}
                    </span>
                </a>    

            {/if}
        {/foreach}
    </div>

2. Produkte richtig sortieren

Bei den meisten Online-Shops ist die Sortierung der Produkte erstmal ganz einfach: es kommt eine neue Kollektion herein, diese wird in den Shop eingepflegt, veröffentlicht und verkauft. Shopware bringt hier noch die praktische Funktion mit sich, dass ein „Neu“-Bagde bei diesen Artikeln angezeigt wird. Im Backend ist zudem ganz einfach einstellbar, bis zu wie viel Tage nach seinem Einstelldatum der Artikel mit diesem Badge gekennzeichnet ist.

Produktsortierung bei Shopware

Bei Büchern ist das nicht ganz so einfach. Verlage stellen ihre „Kollektion“ nicht ein, wenn sie zum Verkauf bereitsteht, sondern bekanntermaßen einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Die Bücher sind dann oft ein paar Monate lang noch nicht kaufbar, aber schon vorbestellbar. Das ein großes Problem: In der Kategorieübersicht stehen die neuen, noch nicht verfügbaren Bücher unter Umständen wochen- bis monatelang ganz oben, während aktuell grade wirklich neue Titel auf Seite 2 oder weit unten begraben sind.

Aber hierfür hat Shopware zum Glück schon eine Lösung parat und hat Einstelldatum und Erscheinungsdatum entkoppelt:

  • Das Einstelldatum ist verantwortlich für die Sortierung der Produkte im Shop. Die Produkte werden achronologisch, von neu nach alt, nach diesem Datum sortiert
  • Das Erscheinungsdatum gibt frei, ab wann ein Artikel verfügbar ist

Für die Praxis bedeutet dies: neue, noch nicht erschienene Bücher sollten, sofern sie nicht ganz oben stehen sollen, immer ein fiktives Einstelldatum, das weit in der Vergangenheit liegt, bekommen – und ihr tatsächlicher Erscheinungstermin sollte im Feld Erscheinungsdatum vermerkt werden!

3. Autoren

Sollen die Autoren einfach nur beim Buch mit angezeigt werden, kann hierfür ebenfalls ein weiteres Freitextfeld angelegt werden, in das der oder die Autoren eingetragen werden können. In der Regel ist bei einer Verlagswebsite der Autor aber auch immer mit einer Autorenseite verknüpft.

Shopware hat von Haus aus mit den sogenannten Herstellern ein ähnliches Prinzip schon vorbeitet: Jedes Produkt ist einem Hersteller zugeordnet, auf einer Herstellerseite lassen sich dann alle Produkte eines Herstellers gesammelt ansehen:

Eine Herstellerseite in Shopware

Allerdings lässt sich jedes Produkt nur einem Hersteller zuordnen, eine Mehrfachauswahl ist also nicht möglich. Deshalb gibt es an dieser Stelle nur zwei Möglichkeiten: Das Modul aufbrechen oder ein komplett neues Plugin für Autoren anlegen. Ich würde euch empfehlen, ein extra Autoren-Plugin anzulegen, da sich das Hersteller-Modul daneben perfekt für Verlage und Imprints nutzen lässt!

Es gibt sicher noch mehr Details, die für Verlage bei Shopware entscheidend sind, dies sind aber die entscheidendsten Punkte, mit denen sich wohl jeder Verlag gleich zu Beginn befassen wird, wenn er überlegt, auf Shopware umzusteigen. Natürlich gibt es auch noch ganz andere Probleme wie Performance, Wartbarkeit etc., mir ging es aber darum, in diesem Artikel die möglichst praxisnahen Fragen, die aus Nicht-Entwicklersicht aufkommen, zu beantworten.

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Shopware: Google Analytics Conversion Funnel einrichten

Online gibt es unterschiedliche Anleitungen zum Einrichten des Conversion Funnels von Google Analytics für Shopware, allerdings hat mir keine so richtig weitergeholfen. Auch die Diskussion im Forum von Shopware ist veraltet. Ich habe mich mit dem Thema deshalb etwas ausführlicher befasst und hoffe, mit diesem Artikel auch anderen eine Hilfestellung für die Einrichtung in Shopware 5.2.24 (und aufwärts) geben zu können.

Die „empfohlene“ Einrichtung

Google Conversion Funnel Einstellungen für Shopware

Auf Grundlage der Anleitung im Forum hatte ich den Funnel zunächst so aufgebaut:

  1. /checkout/cart (Warenkorb)
  2. /register (Registrierung)
  3. /checkout/confirm (Bestellüersichtsseite)
  4. /checkout/finish (Bestellung erfolgt)

Dies bringt jedoch gleich mehrere Probleme mit sich:

Warenkorb

Hat man bei Shopware den AJAX-Warenkorb (d.h., dass der Warenkorb von rechts auf den Bildschirm „gefahren“ kommt) aktiviert, gelangen die Nutzer in der Regel nicht unbedingt auf den Warenkorb, sondern direkt auf die Registrierungsseite.

Selbst wenn man (wie oben im Screenshot zu sehen rechts neben den Eingabefeldern) die Option „erforderlich“ auswählt, hat das zur Folge, dass unter Umständen 100 Leute in den Funnel aussteigen, aber 140 den Kauf abschließen.

Ajax Warenjorb bei Shopware

Der Ajax-Warenkorb, der rechts „ausfährt“, leitet direkt zur Kasse und nicht zur Warenkorbseite /checkout/cart

Registrierung

Von der Seite /register (Registrierung) gelangt man zu nahezu 100% immer zu /checkout/confirm (Bestellübersichtsseite). Dies also in zwei Schritte aufzuteilen bringt so gut wie gar nichts, da hier auch keine Ausstiege stattfinden.

Hinzu kommt, dass /register nicht immer die angezeigt URL ist, auf die man gelangt, wenn man vom Warenkorb zur Kasse will, sondern in der Regel /checkout/confirm. Dort wird je nachdem, ob man eingeloggt ist oder nicht, entweder die Login- oder die Bestellbestätgungsseite angezeigt.

Die Confirm-Seite eingeloggt

Unter derselben URL werden in eingeloggtem und nicht eingeloggtem Zustand zwei unterschiedliche Inhalte aufgerufen. Für Google Analytics wird dies aber als ein Seitenaufruf gesehen, da die URL gleich ist.

Die Confirm-Seite nicht eingeloggt

Eine Lösung für das Problem

Als erstes entferne ich den Warenkorb aus dem Funnel. Der Warenkorb lässt sich weiterhin als einzelne Seite betrachten: Über die Reiter „Navigationsübersicht“ lässt sich sehen, wie hoch die Ausstiege sind. Weiter hilft hier außerdem Googles Bericht zum Nutzerfluss.

Die nun verbleibenden Seiten in den Funnel einzuordnen, wird ziemlich schwer, denn der Nutzer ruft unterschiedliche Seiten auf, je nachdem ob er eingeloggt ist oder nicht und ob er Neukunde ist oder nicht:

eingeloggter Nutzer Neukunde (erstellt Login) Bestellung ohne Registrierung
/checkout/confirm
Login
/checkout/confirm
Registrierung
/checkout/confirm
Adresseingabe
/checkout/shippingPayment
Zahlungsart wählen
/checkout/shippingPayment
Zahlungsart wählen
/checkout/confirm
Bestellübersicht
/checkout
Bestellübersicht
/checkout
Bestellübersicht
Zwischenschritt mit Payment-Seiten z.B. für SEPA, Kreditkarte…
/checkout/finish
Bestellbestätigunsseite – für alle gleich

Nach dieser Übersicht gäbe es demnach einen zweischrittigen Funnel, bestehend aus /checkout/confirm und /checkout/finish. Beides ist nur wenig aussagekräftig ist das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es keine weiteren Artikel und Anleitungen zu diesem Thema gibt.

Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch?

  • Für Google Analytics lassen sich einzelne Seiten umbenennen, das heißt, obwohl die URL /checkout ist, wird in Analytics /xyz0123 geschrieben. Der Aufwand ist relativ hoch, da – z.B. über den Tag-Manager – definiert werden müsste, wann die Seite umbenannt wird
  • Für die drei Fälle – eingeloggter Nutzer, nicht eingeloggter Nutzer, Neukunde – könnten theoretisch drei Zielvorhaben mit drei getrennten Funnels definiert werden. Schwierig wird das allerdings, da alle ja dasselbe Ziel hätten…
  • Abfinden damit, dass der Funnel bei Shopware nicht so optimal funktioniert: In diesem Fall gibt es bei Google die Möglichkeit, sich einzelne Seiten herauszufischen und hier zu betrachten, wie hoch Ausstiege und Abbrüche sind und wo der Nutzer als nächstes hingeht.
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