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Google Analytics für Verlagswebsites (1): Leseproben

Google Analytics ist ein mächtiges Tool, das weitaus mehr kann als Visits, Aufenthaltsdauer und besuchte Seiten pro Aufenthalt zu messen. In diesem Beitrag zeige ich euch, wie ihr mit Google Analytics mehr (Daten) aus euren Leseprobenabrufen herausholen könnt.

Warum sind Leseproben-Downloads nicht trackbar?

Oft werden die Leseproben in Widgets oder einfach als PDF zum Download bereitgestellt. Doch der Download gerade von PDF-Leseproben lässt sich mit Google Analytics in der Standardeinstellung nicht tracken. Dies liegt daran, dass Google Analytics nur Seiten tracken kann, denn der Trackingcode wird immer nur im Kopf einer Seite eingebunden. Wenn ihr die Quellcode-Ansicht einer Seite eurer Verlagswebsite aufruft, sieht dies ungefähr so aus (Zum Originalcode bei Google):

<!-- Google Analytics -->
<script>
(function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){
(i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),
m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)
})(window,document,'script','//www.google-analytics.com/analytics.js','ga');
ga('create', 'UA-XXXX-Y', 'auto');
ga('send', 'pageview');
</script>
<!-- End Google Analytics -->

Solltet ihr diesen Code auf eurer Seite nicht finden, liegt dies wahrscheinlich daran, dass noch das alte Tracking verwendet wird. Alle Ausführungen in diesem Artikel beziehen sich auf das neue Tracking mit Universal Analytics. Wie ihr dies einrichtet, könnt ihr direkt bei Google nachlesen.

Das PDF liegt aber getrennt von dieser Seite, oft sogar in einem ganz anderen Verzeichnis. Deshalb kann der Aufruf des PDFs mit dem Tracking-Code, der sich nur innerhalb einer Unterseite befindet, von Google Analytics nicht getrackt werden. Damit ihr aber trotzdem messen könnt, ob und wie oft die Leseprobe abgerufen wird, könnt ihr das Ereignis-Tracking von Google Analytics verwenden.

Wie funktioniert das Ereignis-Tracking?

Mit dem Ereignis-Tracking kann man sehen, wie oft die Besucher auf bestimmte Elemente wie eben auch einen Link zur Leseprobe klicken. Mit Hilfe des Tracking-Codes könnt ihr für Ereignisse verschiedene Werte zuweisen und Google Analytics damit sagen, dass ein Besucher auf den Link zur Leseprobe für das Buch XY geklickt hat. Der Analytics-Code, den ihr dazu einbinden müsst, sieht so aus:

onClick="ga('send', 'event', 'PDF', 'Download', 'Leseprobe XY', {'nonInteraction': 1});"

Mit onClick=“ga(’send‘, ‚event‘, signalisiert ihr Google Analytics, dass ein Event getrackt werden soll. Es folgen nun drei Parameter, die ihr selbst bestimmen könnt:

Kategorie Aktion Label
PDF Download Leseprobe XY
Link Klick In den Warenkorb

Der erste Wert enthält die Kategorie. Dies kann ein PDF, ein Link oder ähnliches sein. Der zweite Wert enthält die Aktion, zum Beispiel einen Klick oder eine Leseprobe. In diesem Fall könnte ihr auch „Klick“ statt „Download“ einsetzen, das ist reine Definitionssachd.

Die beiden Werte Kategorie und Aktion sind Pflicht. Zum Schluss könnt ihr schließlich noch optional ein Label einsetzen. Bei Leseproben bietet es sich an, den Titel des Buches und die Information, dass es sich um eine Leseprobe handelt, mitzugeben.

Wie ihr die einzelnen Werte benennt, könnt ihr frei entscheiden. Wichtig ist dabei nur, am Anfang genau festzulegen, was und wie ihr tracken wollt. Ändert ihr die Werte nämlich nachträglich wieder, ändern sich diese für die alten PDF-Downloads in Google Analytics rückwirkend nicht mehr und es kann zu einem Chaos bei der Benennung kommen. Überlegen solltet ihr beispielsweise also vor der Einrichtung, ob ihr die Kategorie „PDF“ nennt und die Information „Leseprobe“ im Label mitgebt oder ob ihr schon auf Kategorie-Ebene unterscheidet, zum Beispiel zwischen „PDF-Vorschau“ und „PDF-Leseproben“.

Zuletzt folgt noch die Information ’nonInteraction‘: 1. Verkürzt gesagt ist diese Angabe wichtig, damit eure Absprungraten nicht verzerrt werden. Würde nonInteraction nicht eingebunden, würde Google Analytics den Klick auf den PDF-Link als Aktion werten. Auch wenn ein Leser also auf der Buchproduktseite direkt aussteigt, würde dies nicht mehr als Ausstieg auf dieser Seite gewertet werden und die Absprungrate würde sich nur durch den Klick auf die Leseprobe verbessern.

Wie binde ich das Event-Tracking ein?

Den Code solltet ihr nun überall dort einbauen, wo auf eine Leseprobe verlinkt wird – in der Regel also auf jeder Produktunterseite. Der Link zur Leseprobe sieht in seinen Grundzügen meist so aus:

<a href="...pdf">Leseprobe</a>

Innerhalb des -Tags muss nun noch der Analytics-Code ergänzt werden:

<a href="...pdf" onClick="ga('send', 'event', 'PDF', 'Download', 'Leseprobe XY', {'nonInteraction': 1});">Leseprobe</a>

Wie kann in tracken, zu welchem Buchtitel eine Leseprobe heruntergeladen wird?

Richtet ihr den Code wie oben beschrieben ein, würde nun bei jedem Event als Wert „Leseprobe XY“ mitgegeben werden. „XY“ müsst ihr deshalb durch den Buchtitel ersetzen. Je nachdem, mit welchem Content Management System ihr arbeitet, geht dies aber zum Glück fast automatisch. Gehen wir davon aus, dass die Leseprobe auf einer Produktunterseite verlinkt ist, dann ist der Titel der Leseprobe gleich dem Titel des Buches – also der Produktseite.

Um den Leseprobentitel einzubinden, braucht ihr also nur für XY den Code eingeben, der den Produkttitel ausgibt. Bei WordPress kann dies zum Beispiel

<?php the_title(); ?>

sein.

Wie kann ich überprüfen, ob das Tracking funktioniert?

Navigiert in eurem Google Analytics Konto zum Menüpunkt Echtzeit – Ereignisse. Klickt auf den neu eingerichteten Link zur Leseprobe auf der Website. Innerhalb der nächsten Sekunden sollte das Ereignis von Google Analytics erfasst werden. Ab dem folgenden Tag könnt ihr dann alle Events im Ereignis-Bericht analysieren.

Was kann das Event-Tracking nicht?

Das Event-Tracking hilft euch nun zu messen, wie oft Leseproben über bestimmte Links auf eurer Website abgerufen werden. Damit kann es aber nicht tracken, wie oft diese Leseproben von externen Quellen abgerufen werden. Zumindest für die Frage, welche Besucher über Google direkt auf eine Leseprobe kommen, gibt es aber eine Lösung, die ich in einem weiteren Beitrag vorstellen werde.

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