Auf Deutsch, Bücher

E-Books zum Anfassen

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Ich mag die Stadtbücherei Münster nicht nur wegen ihrer guten, aktuellen Buchauswahl, sondern auch, weil sie technisch immer mit den aktuellen Entwicklungen mitgeht.

Sebstausleiheterminals gibt es schon seit Jahren, neben Büchern gibt es ein gut sortiertes Angebot an allen weiteren Medien, also Hörbüchern, CDs und DVDs und Spielen. Auch bei der Onleihe macht die Bücherei mit. Seit neuestem scheint sie diese nun auch aktiv zu fördern, indem sie eBook-Reader zum Anfassen und Ausprobieren anbietet.

Ganz prominent wird für diese “Kennenlern-Ecke” draußen vor der Tür geworben und auch in der Bibliothek weisen Aufsteller auf das neue Angebot hin.

“Wir machen Sie fit in Sachen digitales Lesen”

Die “eBook Lounge” selbst ist futuristisch mit grünem Licht gestaltet, sonst aber etwas kärglich ausgestattet. Natürlich, die Bücher fehlen ja nun! Stattdessen gibt es einen Tisch, Stühle und auf dem Tisch sieben Geräte zum Ausprobieren:

  • Bookeen Cybook Odyssey
  • Kobo Touch
  • Sony PRS-T2
  • TouchMe
  • Trekstor E-Book Player 3.0
  • iPad2
  • Pro-Line Tablet-PC M-728

Praktisch finde ich an dieser Angebotspalette besonders, dass neben den E-Book-Readern auch zwei Tablets zum Vergleichen angeboten werden. Die Frage, vor der ich nämlich stand, war nicht, ob ich mir ein Gerät kaufe, sondern ob es nun ein Reader oder Tablet werden soll.

An die “eBook Lounge” schließt sich direkt ein Informationsstand zur Online-Ausleihe von Büchern an, was natürlich sehr geschickt ist, da der Besucher so auch gleich erfährt, dass man mit den Readern und Tablets dann auch wirklich etwas anfangen und eBooks (ohne zusätzliche Kosten) ganz einfach lesen kann.

Ob es in anderen Büchereien wohl schon ähnliche Projekte gibt?

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Überlegungen zum E-Book / Nachlese zur Buchmesse

Beim Young Professionals Day auf der Frankfurter Buchmesse gab es mehrere Vorträge, die sich mit aktuellen Entwicklungen in der Buchbranche beschäftigen. Besonders interessant war für mich der e-Publishing Workshop von Peter Schmid-Meil (@derlektor).

Auch wenn Schmid-Meils Workshop eigentlich nur Einführungscharakter hatte, hat er doch einige wichtige Punkte treffend, kurz und knapp auf den Punkt gebracht.

„Es gibt keinen Schutz fuer Buecher / E-Books.“

DRM und Co. erschweren das Lesen von E-Books. Noch herrscht bei vielen die Ansicht vor, man müsse die Buecher schützen. Dass jeder Kopierschutz umgangen werden kann und eigentlich alles irgendwo (wenn auch nicht legal) im Internet zu bekommen ist, wird übersehen. Stattdessen machen es die Verlage dem Kunden schwer.

„Apple und Amazon sind erfolgreich, weil sie vom Kunden aus denken.“

Dazu ein Beispiel von mir: Ein Kollege wollte sich neulich ein E-Book auf sein iPad laden. Das ging aber gar nicht so einfach, denn er hatte keine App zum Lesen für das DRM-geschützte Buch. Eine andere Kollegin erklärte ihm, welche Schritte er unternehmen müsste, um das E-Book zu lesen. Er darauf: “Das ist ja, wie wenn ich ein Auto beim Händler kaufe, es dann aber erstmal 3 km schieben muss, um es aufzutanken, damit ich dann endlich losfahren kann.” Ich finde den Vergleich recht treffend.

Es wird nicht vom Kunden gedacht oder wenn, dann von “bösen” Kunden. Kunden, die E-Books zigfach herunterladen und kopieren und umsonst an alle ihre Freunde weitergeben. Schmid-Meil argumentiert so:

„Die Leute, die sich das Buch umsonst herunterladen, würden es nie bezahlen, denen ist es nichts Wert. Wir wollen die Personen als Kunden, die bereit sind, Geld auszugeben.“

Und genau diesen Personen sollte man es doch ermöglichen, ein E-Book mit all seinen Vorteilen zu genießen und es lesen zu können, wie, wann und wo sie wollen.

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Frankfurter Buchmesse 2012 – ein Bericht für Bibliophile

Vom 12. bis 13. Oktober war auch ich auf der Frankfurter Buchmesse. Ich habe neue Apps und Programme bewundert, die das Lesen und Publizieren von Texten einfacher machen sollen, an Informationsveranstaltungen für den Nachwuchs teilgenommen (wie etwa der Führung “Enhanced Future” der Jungen Verlagsmenschen) und wie immer viele neue Leute kennengelernt.

Wenn zwischendrin noch Zeit war, bin ich durch die Hallen gestreift und habe Fotos geknipst. Ich war auf der Suche nach schön gestalteten Büchern, gemütlichen Ständen und besonderen Bucharrangements.

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An den japanischen Ständen war das Fotografieren nicht überall erlaubt.

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Schön arrangiert in Dunkelblau und Pink.

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Am Stand von Thienemann war “Der Räuber Hotzenplotz” ganz präsent.

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Statt vieler Bücher an der Wand ein großes Bild vom “Mann im Mond”.

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Eine gemütliche Atmosphäre und – auf dem Bild nicht zu sehen – dazu Lesesessel, die zum Verweilen einladen.

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Der Diogenes-Stand glänzt mit seinen Büchern natürlich vor allem strahlend-weiß, hat aber auch ein paar schöne Farbkleckser dazwischen.

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Büchertisch zum Erkunden.

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Die Bücherwand von Droemer Knaur ist wahrscheinlich jedem aufgefallen, der auch auf der Buchmesse war.

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Ich habe das perfekte E-Book gefunden!

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Nicht inhaltlich, sondern eher technisch. Das E-Book habe ich direkt bei A Book Apart, einem Magazin, das ich sowieso gerne lese, heruntergeladen. Es ist keine Registrierung notwendig und die Zahlung geht ganz einfach per Kreditkarte oder Pay Pal.

Danach kann ich das Buch direkt herunterladen, der Link zum Download bleibt eine Woche bestehen. Es stehen verschiedene Formate zur Auswahl.

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Was mich natürlich am meisten begeistert ist, dass ich das E-Book mit Read Mill öffnen kann. Read Mill bietet die Möglichkeit, ein E-Book nicht nur zu lesen, sondern auch Markierungen und Anmerkungen vorzunehmen und Zitate zu teilen – und das in einer übersichtlichen, schön gestalteten App.

Ein weiterer Vorteil: Dieses Buch ist ein Sachbuch, das ich immer mal wieder brauche. Bei Belletristik ist das anders. Habe ich einen Roman beendet, kann ich den beruhigt ins Regal stellen. Aber Sachbücher brauche ich immer wieder, an ganz verschiedenen Orten. Praktisch, dass ich es jetzt sogar mit auf die Arbeit nehmen und jederzeit etwas nachschlagen kann. Wenn es also möglich ist, dann greife ich bei Sachbüchern jetzt nur noch zum E-Book!

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Das Hörbuch als Buch-Ersatz?

Zum ersten Mal richtig aufgefallen ist es mir bei Nina von Libromanie: Bei den Lesestatistiken im Januar, Februar und März stehen fast so viele Hörbuchtitel wie Bücher. Auch ich greife oft zum Hörbuch, wenn es möglich ist, denn Hörbücher kann man immer dann hören, wenn keine Zeit zum Lesen bleibt: In der Bahn, beim Kochen, bei der Hausarbeit.

Vorteile von Hörbüchern

Dass ich meine Hörbücher praktisch überall mit hinnehmen kann und dass sie mir lange Wartezeiten verkürzen und kurze Zwischenpausen überbrücken, das ist ein unschlagbarer Vorteil. Noch dazu sind Hörbücher recht günstig verfügbar – entweder für 9,99 € im Abo bei audible.de oder aber ganz umsonst aus der Stadtbibliothek. Hier habe ich auch keine Rückgabefrist, denn ich kann mir die Hörbücher so lange auf meinem Ipod speichern, bis ich sie ausgehört habe.

Ein weiterer Vorteil für mich: Hörbücher kann ich auch hören, wenn mir nach langer, anstrengender Bildschirmarbeit die Ohren schmerzen. Im Gegensatz zum Buch kann ich mein Hörbuch auch mit jemandem gemeinsam hören. Zwar interessiert sich mein Freund beispielsweise für die meisten Hörbücher, die ich höre nicht wirklich, aber als ich neulich „Per Anhalter durch die Galaxis“ mitgebracht habe, hat er auf einmal ganz gebannt zugehört.

Bei so vielen Vorteilen könnten Hörbücher doch eigentlich das Buch ersetzen, oder? Für eine kurze Zeit, am Anfang, wenn die Faszination für das neue Medium am größten ist, tun sie das vielleicht auch. Langsam kommen mir aber auch erste Ermüdungserscheinungen.

Stapel von Hörbüchern

Nachteile von Hörbüchern

Lesen und Hören sind ganz unterschiedliche kognitive Aktivitäten. Und das merkt man auch beim Hörbuch: Es nimmt mich bei Weitem nicht so stark gefangen wie ein Buch. Oft schweife ich gedanklich sogar ab. Dabei würde ich das Hörbuch, wäre es ein Buch, sicher ganz aufmerksam lesen. Woran liegt es also, dass mir Hörbücher immer eine Spur langweiliger vorkommen als „richtige“ Bücher?

Klaus Weimar beschreibt in einem Aufsatz(1) die Technik des Lesens als ein „zu sich selbst sprechen in fremdem Namen“. Indem wir einen Text lesen, lesen wir ihn uns selbst in unserem Kopf vor. Bei Kindern, die gerade lesen lernen, kann man dies oft noch direkt beobachten, wenn sie sich den Text laut vorlesen, um seine Worte über das Ohr zu erfassen.

Liest mir aber ein Vorleser ein Buch vor, muss ich mich an seine Stimme, seinen Sprachrhythmus, seine Geschwindigkeit anpassen. Bei manchen Autoren stört mich deren Vorlesegeschwindigkeit sehr, zum Beispiel liest mir Andrea Sawatzi „Flavia de Luce“ viel zu schnell vor.

Einen Hörbuchautor kann ich zwar bitten, kurz anzuhalten, anders als einem Vorleser kann ich ihm aber keine Fragen stellen oder ihm vorschlagen, sein Lesetempo etwas zu drosseln. Und das entscheidenste: Ich kann nicht bei einem Satz verweilen, den ich für wichtig halte. Oder habt ihr bei einem Hörbuch schon einmal den Versuch unternommen, nach einem bestimmten Satz zu stoppen und ihn erneut abzuspielen? Unmöglich, selbst die Kapitelanwahl ist ja nicht immer eindeutig!

Fazit

Ein Hörbuch bleibt für mich also immer ein Zwischendurch-Buch. In diesen Momenten, also unterwegs und bei Hausarbeiten habe ich viel Freude daran, dass es Bücher auch in dieser Form gibt. Und wenn ich müde bin, dann freue ich mich, wenn mir einer meiner Lieblingssprecher ein Buch vorträgt. Möchte ich mich mit den Inhalten aber tiefgehender auseinandersetzen, dann greife ich doch lieber auf die Buchausgabe zurück.

(1): Weimar, Klaus (1999): Lesen. Zu sich selbst sprechen in fremden Namen. In: Bosse, Heinrich / Renner, Ursula (Hrsg.): Literaturwissenschaft. Einführung in ein Sprachspiel.

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