Auf Deutsch, Bücher

Frankfurter Buchmesse 2012 – ein Bericht für Bibliophile

Vom 12. bis 13. Oktober war auch ich auf der Frankfurter Buchmesse. Ich habe neue Apps und Programme bewundert, die das Lesen und Publizieren von Texten einfacher machen sollen, an Informationsveranstaltungen für den Nachwuchs teilgenommen (wie etwa der Führung “Enhanced Future” der Jungen Verlagsmenschen) und wie immer viele neue Leute kennengelernt.

Wenn zwischendrin noch Zeit war, bin ich durch die Hallen gestreift und habe Fotos geknipst. Ich war auf der Suche nach schön gestalteten Büchern, gemütlichen Ständen und besonderen Bucharrangements.

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An den japanischen Ständen war das Fotografieren nicht überall erlaubt.

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Schön arrangiert in Dunkelblau und Pink.

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Am Stand von Thienemann war “Der Räuber Hotzenplotz” ganz präsent.

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Statt vieler Bücher an der Wand ein großes Bild vom “Mann im Mond”.

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Eine gemütliche Atmosphäre und – auf dem Bild nicht zu sehen – dazu Lesesessel, die zum Verweilen einladen.

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Der Diogenes-Stand glänzt mit seinen Büchern natürlich vor allem strahlend-weiß, hat aber auch ein paar schöne Farbkleckser dazwischen.

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Büchertisch zum Erkunden.

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Die Bücherwand von Droemer Knaur ist wahrscheinlich jedem aufgefallen, der auch auf der Buchmesse war.

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Ich habe das perfekte E-Book gefunden!

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Nicht inhaltlich, sondern eher technisch. Das E-Book habe ich direkt bei A Book Apart, einem Magazin, das ich sowieso gerne lese, heruntergeladen. Es ist keine Registrierung notwendig und die Zahlung geht ganz einfach per Kreditkarte oder Pay Pal.

Danach kann ich das Buch direkt herunterladen, der Link zum Download bleibt eine Woche bestehen. Es stehen verschiedene Formate zur Auswahl.

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Was mich natürlich am meisten begeistert ist, dass ich das E-Book mit Read Mill öffnen kann. Read Mill bietet die Möglichkeit, ein E-Book nicht nur zu lesen, sondern auch Markierungen und Anmerkungen vorzunehmen und Zitate zu teilen – und das in einer übersichtlichen, schön gestalteten App.

Ein weiterer Vorteil: Dieses Buch ist ein Sachbuch, das ich immer mal wieder brauche. Bei Belletristik ist das anders. Habe ich einen Roman beendet, kann ich den beruhigt ins Regal stellen. Aber Sachbücher brauche ich immer wieder, an ganz verschiedenen Orten. Praktisch, dass ich es jetzt sogar mit auf die Arbeit nehmen und jederzeit etwas nachschlagen kann. Wenn es also möglich ist, dann greife ich bei Sachbüchern jetzt nur noch zum E-Book!

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Das Hörbuch als Buch-Ersatz?

Zum ersten Mal richtig aufgefallen ist es mir bei Nina von Libromanie: Bei den Lesestatistiken im Januar, Februar und März stehen fast so viele Hörbuchtitel wie Bücher. Auch ich greife oft zum Hörbuch, wenn es möglich ist, denn Hörbücher kann man immer dann hören, wenn keine Zeit zum Lesen bleibt: In der Bahn, beim Kochen, bei der Hausarbeit.

Vorteile von Hörbüchern

Dass ich meine Hörbücher praktisch überall mit hinnehmen kann und dass sie mir lange Wartezeiten verkürzen und kurze Zwischenpausen überbrücken, das ist ein unschlagbarer Vorteil. Noch dazu sind Hörbücher recht günstig verfügbar – entweder für 9,99 € im Abo bei audible.de oder aber ganz umsonst aus der Stadtbibliothek. Hier habe ich auch keine Rückgabefrist, denn ich kann mir die Hörbücher so lange auf meinem Ipod speichern, bis ich sie ausgehört habe.

Ein weiterer Vorteil für mich: Hörbücher kann ich auch hören, wenn mir nach langer, anstrengender Bildschirmarbeit die Ohren schmerzen. Im Gegensatz zum Buch kann ich mein Hörbuch auch mit jemandem gemeinsam hören. Zwar interessiert sich mein Freund beispielsweise für die meisten Hörbücher, die ich höre nicht wirklich, aber als ich neulich „Per Anhalter durch die Galaxis“ mitgebracht habe, hat er auf einmal ganz gebannt zugehört.

Bei so vielen Vorteilen könnten Hörbücher doch eigentlich das Buch ersetzen, oder? Für eine kurze Zeit, am Anfang, wenn die Faszination für das neue Medium am größten ist, tun sie das vielleicht auch. Langsam kommen mir aber auch erste Ermüdungserscheinungen.

Stapel von Hörbüchern

Nachteile von Hörbüchern

Lesen und Hören sind ganz unterschiedliche kognitive Aktivitäten. Und das merkt man auch beim Hörbuch: Es nimmt mich bei Weitem nicht so stark gefangen wie ein Buch. Oft schweife ich gedanklich sogar ab. Dabei würde ich das Hörbuch, wäre es ein Buch, sicher ganz aufmerksam lesen. Woran liegt es also, dass mir Hörbücher immer eine Spur langweiliger vorkommen als „richtige“ Bücher?

Klaus Weimar beschreibt in einem Aufsatz(1) die Technik des Lesens als ein „zu sich selbst sprechen in fremdem Namen“. Indem wir einen Text lesen, lesen wir ihn uns selbst in unserem Kopf vor. Bei Kindern, die gerade lesen lernen, kann man dies oft noch direkt beobachten, wenn sie sich den Text laut vorlesen, um seine Worte über das Ohr zu erfassen.

Liest mir aber ein Vorleser ein Buch vor, muss ich mich an seine Stimme, seinen Sprachrhythmus, seine Geschwindigkeit anpassen. Bei manchen Autoren stört mich deren Vorlesegeschwindigkeit sehr, zum Beispiel liest mir Andrea Sawatzi „Flavia de Luce“ viel zu schnell vor.

Einen Hörbuchautor kann ich zwar bitten, kurz anzuhalten, anders als einem Vorleser kann ich ihm aber keine Fragen stellen oder ihm vorschlagen, sein Lesetempo etwas zu drosseln. Und das entscheidenste: Ich kann nicht bei einem Satz verweilen, den ich für wichtig halte. Oder habt ihr bei einem Hörbuch schon einmal den Versuch unternommen, nach einem bestimmten Satz zu stoppen und ihn erneut abzuspielen? Unmöglich, selbst die Kapitelanwahl ist ja nicht immer eindeutig!

Fazit

Ein Hörbuch bleibt für mich also immer ein Zwischendurch-Buch. In diesen Momenten, also unterwegs und bei Hausarbeiten habe ich viel Freude daran, dass es Bücher auch in dieser Form gibt. Und wenn ich müde bin, dann freue ich mich, wenn mir einer meiner Lieblingssprecher ein Buch vorträgt. Möchte ich mich mit den Inhalten aber tiefgehender auseinandersetzen, dann greife ich doch lieber auf die Buchausgabe zurück.

(1): Weimar, Klaus (1999): Lesen. Zu sich selbst sprechen in fremden Namen. In: Bosse, Heinrich / Renner, Ursula (Hrsg.): Literaturwissenschaft. Einführung in ein Sprachspiel.

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