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Shopware: Google Analytics Conversion Funnel einrichten

Online gibt es unterschiedliche Anleitungen zum Einrichten des Conversion Funnels von Google Analytics für Shopware, allerdings hat mir keine so richtig weitergeholfen. Auch die Diskussion im Forum von Shopware ist veraltet. Ich habe mich mit dem Thema deshalb etwas ausführlicher befasst und hoffe, mit diesem Artikel auch anderen eine Hilfestellung für die Einrichtung in Shopware 5.2.24 (und aufwärts) geben zu können.

Die „empfohlene“ Einrichtung

Google Conversion Funnel Einstellungen für Shopware

Auf Grundlage der Anleitung im Forum hatte ich den Funnel zunächst so aufgebaut:

  1. /checkout/cart (Warenkorb)
  2. /register (Registrierung)
  3. /checkout/confirm (Bestellüersichtsseite)
  4. /checkout/finish (Bestellung erfolgt)

Dies bringt jedoch gleich mehrere Probleme mit sich:

Warenkorb

Hat man bei Shopware den AJAX-Warenkorb (d.h., dass der Warenkorb von rechts auf den Bildschirm „gefahren“ kommt) aktiviert, gelangen die Nutzer in der Regel nicht unbedingt auf den Warenkorb, sondern direkt auf die Registrierungsseite.

Selbst wenn man (wie oben im Screenshot zu sehen rechts neben den Eingabefeldern) die Option „erforderlich“ auswählt, hat das zur Folge, dass unter Umständen 100 Leute in den Funnel aussteigen, aber 140 den Kauf abschließen.

Ajax Warenjorb bei Shopware

Der Ajax-Warenkorb, der rechts „ausfährt“, leitet direkt zur Kasse und nicht zur Warenkorbseite /checkout/cart

Registrierung

Von der Seite /register (Registrierung) gelangt man zu nahezu 100% immer zu /checkout/confirm (Bestellübersichtsseite). Dies also in zwei Schritte aufzuteilen bringt so gut wie gar nichts, da hier auch keine Ausstiege stattfinden.

Hinzu kommt, dass /register nicht immer die angezeigt URL ist, auf die man gelangt, wenn man vom Warenkorb zur Kasse will, sondern in der Regel /checkout/confirm. Dort wird je nachdem, ob man eingeloggt ist oder nicht, entweder die Login- oder die Bestellbestätgungsseite angezeigt.

Die Confirm-Seite eingeloggt

Unter derselben URL werden in eingeloggtem und nicht eingeloggtem Zustand zwei unterschiedliche Inhalte aufgerufen. Für Google Analytics wird dies aber als ein Seitenaufruf gesehen, da die URL gleich ist.

Die Confirm-Seite nicht eingeloggt

Eine Lösung für das Problem

Als erstes entferne ich den Warenkorb aus dem Funnel. Der Warenkorb lässt sich weiterhin als einzelne Seite betrachten: Über die Reiter „Navigationsübersicht“ lässt sich sehen, wie hoch die Ausstiege sind. Weiter hilft hier außerdem Googles Bericht zum Nutzerfluss.

Die nun verbleibenden Seiten in den Funnel einzuordnen, wird ziemlich schwer, denn der Nutzer ruft unterschiedliche Seiten auf, je nachdem ob er eingeloggt ist oder nicht und ob er Neukunde ist oder nicht:

eingeloggter Nutzer Neukunde (erstellt Login) Bestellung ohne Registrierung
/checkout/confirm
Login
/checkout/confirm
Registrierung
/checkout/confirm
Adresseingabe
/checkout/shippingPayment
Zahlungsart wählen
/checkout/shippingPayment
Zahlungsart wählen
/checkout/confirm
Bestellübersicht
/checkout
Bestellübersicht
/checkout
Bestellübersicht
Zwischenschritt mit Payment-Seiten z.B. für SEPA, Kreditkarte…
/checkout/finish
Bestellbestätigunsseite – für alle gleich

Nach dieser Übersicht gäbe es demnach einen zweischrittigen Funnel, bestehend aus /checkout/confirm und /checkout/finish. Beides ist nur wenig aussagekräftig ist das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es keine weiteren Artikel und Anleitungen zu diesem Thema gibt.

Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch?

  • Für Google Analytics lassen sich einzelne Seiten umbenennen, das heißt, obwohl die URL /checkout ist, wird in Analytics /xyz0123 geschrieben. Der Aufwand ist relativ hoch, da – z.B. über den Tag-Manager – definiert werden müsste, wann die Seite umbenannt wird
  • Für die drei Fälle – eingeloggter Nutzer, nicht eingeloggter Nutzer, Neukunde – könnten theoretisch drei Zielvorhaben mit drei getrennten Funnels definiert werden. Schwierig wird das allerdings, da alle ja dasselbe Ziel hätten…
  • Abfinden damit, dass der Funnel bei Shopware nicht so optimal funktioniert: In diesem Fall gibt es bei Google die Möglichkeit, sich einzelne Seiten herauszufischen und hier zu betrachten, wie hoch Ausstiege und Abbrüche sind und wo der Nutzer als nächstes hingeht.
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