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Potenziale entdecken: Mehr Traffic mit PDF-Leseproben

Eure Seiten ranken gut bei Google? Oder sucht ihr noch nach einem Weg, mehr Traffic zu erhalten? In beiden Fällen solltet ihr euch einen Teil eurer Website genauer anschauen, den ihr bisher wahrscheinlich noch gar nicht analysiert habt: PDF-Leseproben.

Leseproben als „blinder Fleck“ in Google Analytics

Nur leider fehlt der Abruf eben dieser PDFs in den Google Analytics Berichten. Im letzten Beitrag hatte ich erklärt, warum Leseproben mit Google Analytics standardmäßig nicht trackbar sind. Eine Lösung dafür ist die Einrichtung eines Event-Tracking-Codes. Aber auch dann sind Leseproben immer noch nicht komplett analysierbar, denn der Event-Tracking Code trackt nur, wer auf einen bestimmten Link zur Leseprobe geklickt hat. Damit fallen all die Abrufe weg, die über andere Quellen kommen. Das könnten beispielsweise sein:

  • Das PDF rankt gut bei Google und die Besucher öffnen von dort aus das PDF
  • Die Leseprobe wird direkt von einer anderen Seite aus verlinkt
  • Die interne Suche eurer Seite leitet direkt zum PDF weiter

In beiden Fällen greift das Event-Tracking nicht, da die Besucher niemals auf den Leseproben-Link klicken, sondern über andere Quellen zum PDF kommen.

Die Lösung: Google Search Console

Um euch aber zumindest einen groben Eindruck darüber zu verschaffen, welchen Stellenwerte eure PDFs haben, könnt ihr ein weiteres kostenloses Tool von Google nutzen: Die Google Search Console (ehemals „Webmaster Tools“, Anleitung zur Einrichtung dieses Tools).

Unter Suchanfragen -> Suchanalyse gibt Google euch mit den im Screenshot gezeigten Einstellungen die 1000 meistgeklickten Seiten aus – und hier tauchen nun auch die PDFs auf, sofern diese bei Google gut ranken.


Suchanalyse in der Google Search Console

Mit Hilfe der Search Console könnt ihr also sehen, welche eurer PDF-Leseproben für Google eine Bedeutung haben. Nun gilt es, dies zu nutzen und den Traffic, den Google auf die Leseproben weiterleitet, auszuschöpfen.

PDFs als Trafficquelle nutzen

Nachdem ihr die PDFs mit den meisten Impressionen und Klicks in der Search Console identifiziert habt, solltet ihr genau diese PDFs gezielt bearbeiten und einen Link zu eurer Website setzen, beispielsweise mit einem kurzen Hinweis:

Dies ist eine Leseprobe. Das komplette Buch erhalten Sie bei Verlag X.

Besonders ansprechend bereitet Rheinwerk seine Leseproben auf: In der dieser Leseprobe erfolgt nicht nur ein Branding durch Logo und Corporate Design des Verlages, sondern es gibt auch einen Link zur Produktseite.

Bei der Bearbeitung des PDFs solltet ihr zwei Dinge beachten: Erstens solltet ihr nicht zu viel am PDF ändern oder gar einige Seiten löschen und durch neue einsetzen. Wenn das PDF rankt, dann hat dies seine Gründe und ihr solltet es möglichst in seiner jetzigen Form belassen. Zweitens solltet ihr keinesfalls die Dateibenennung des PDFs verändern, da das PDF genau mit dieser URL bei Google rankt.

Effekte testen

Keine Maßnahme ohne Auswertung: Am Ende solltet ihr testen, wie effektiv die neuen Leseproben mit den Links tatsächlich sind. Dazu solltet ihr untersuchen, ob die Visits bei den Produktseiten, auf die die Leseproben-PDFs verweisen, steigen.

Leider ist eine saubere Auswertung hier wieder nur beschränkt möglich. Bei den Besucherquellen könnt ihr beispielsweise nicht unterscheiden, welcher Besucher von Google über die Leseprobe auf eure Seite kommt und welcher Besucher direkt auf der Produktseite einsteigt. Auch ein Kampagnen Tracking über Google Analytics solltet ihr auf keinen Fall in Betracht ziehen: Baut ihr nämlich in das PDF eine Kampagnen-URL ein, überschreibt diese alle anderen Zugriffsquellen und zählt auch Besucher, die das PDF von eurer Website aus aufrufen und dann auf den Link klicken.

Es bleibt also nur ein Vergleich von zwei Zeiträumen und die Hoffnung, dass der Effekt so groß ist, dass er auffällig ist. In Google Analytics könnt ihr Vergleichszeiträume über die Zeitraumauswahl in der rechten oberen Ecke ändern:

Vergleichszeiträume in Google Analytics
Vergleichszeiträume in Google Analytics

Zur Illustration verwende ich einen Screenshot der Zahlen einer Unterseite von einer meiner privaten Websites:

Analyse von Vergleichszeiträumen

Auf dieser Seite habe ich keine bestimmten Maßnahmen durchgeführt, es ist also mehr oder weniger Zufall, dass sich die Besuche verringert haben. Zeigen soll euch dieser Screenshot nur, wie ihr die Effekte sichtbar machen könnt.

Tipp – Segmente einrichten: Ihr könnt die Analyse noch genauer präzisieren, indem ihr ein Segment anlegt, das nur die Besucher enthält, die über Google auf eure Website kommen. Mehr Informationen dazu findet ihr in der Google Analytics-Hilfe.

Pro und Contra von Traffic über Leseproben

In der Ausgabe 54 des suchradars wird das Thema PDFs ebenfalls diskutiert. Markus Hövener sieht PDFs unter Conversion-Aspekten kritisch, da sich eben ein PDF und keine Website öffnet. Positiv hebt er aber hervor, was für mich auch Anlass war, diesen Beitrag zu schreiben: Wenn ihr sowieso PDFs für Leseproben erstellt und diese Sichtbarkeit erlangen, solltet ihr den Traffic auf jeden Fall mitnehmen.

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Google Analytics für Verlagswebsites (1): Leseproben

Google Analytics ist ein mächtiges Tool, das weitaus mehr kann als Visits, Aufenthaltsdauer und besuchte Seiten pro Aufenthalt zu messen. In diesem Beitrag zeige ich euch, wie ihr mit Google Analytics mehr (Daten) aus euren Leseprobenabrufen herausholen könnt.

Warum sind Leseproben-Downloads nicht trackbar?

Oft werden die Leseproben in Widgets oder einfach als PDF zum Download bereitgestellt. Doch der Download gerade von PDF-Leseproben lässt sich mit Google Analytics in der Standardeinstellung nicht tracken. Dies liegt daran, dass Google Analytics nur Seiten tracken kann, denn der Trackingcode wird immer nur im Kopf einer Seite eingebunden. Wenn ihr die Quellcode-Ansicht einer Seite eurer Verlagswebsite aufruft, sieht dies ungefähr so aus (Zum Originalcode bei Google):

<!-- Google Analytics -->
<script>
(function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){
(i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),
m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)
})(window,document,'script','//www.google-analytics.com/analytics.js','ga');
ga('create', 'UA-XXXX-Y', 'auto');
ga('send', 'pageview');
</script>
<!-- End Google Analytics -->

Solltet ihr diesen Code auf eurer Seite nicht finden, liegt dies wahrscheinlich daran, dass noch das alte Tracking verwendet wird. Alle Ausführungen in diesem Artikel beziehen sich auf das neue Tracking mit Universal Analytics. Wie ihr dies einrichtet, könnt ihr direkt bei Google nachlesen.

Das PDF liegt aber getrennt von dieser Seite, oft sogar in einem ganz anderen Verzeichnis. Deshalb kann der Aufruf des PDFs mit dem Tracking-Code, der sich nur innerhalb einer Unterseite befindet, von Google Analytics nicht getrackt werden. Damit ihr aber trotzdem messen könnt, ob und wie oft die Leseprobe abgerufen wird, könnt ihr das Ereignis-Tracking von Google Analytics verwenden.

Wie funktioniert das Ereignis-Tracking?

Mit dem Ereignis-Tracking kann man sehen, wie oft die Besucher auf bestimmte Elemente wie eben auch einen Link zur Leseprobe klicken. Mit Hilfe des Tracking-Codes könnt ihr für Ereignisse verschiedene Werte zuweisen und Google Analytics damit sagen, dass ein Besucher auf den Link zur Leseprobe für das Buch XY geklickt hat. Der Analytics-Code, den ihr dazu einbinden müsst, sieht so aus:

onClick="ga('send', 'event', 'PDF', 'Download', 'Leseprobe XY', {'nonInteraction': 1});"

Mit onClick=“ga(’send‘, ‚event‘, signalisiert ihr Google Analytics, dass ein Event getrackt werden soll. Es folgen nun drei Parameter, die ihr selbst bestimmen könnt:

Kategorie Aktion Label
PDF Download Leseprobe XY
Link Klick In den Warenkorb

Der erste Wert enthält die Kategorie. Dies kann ein PDF, ein Link oder ähnliches sein. Der zweite Wert enthält die Aktion, zum Beispiel einen Klick oder eine Leseprobe. In diesem Fall könnte ihr auch „Klick“ statt „Download“ einsetzen, das ist reine Definitionssachd.

Die beiden Werte Kategorie und Aktion sind Pflicht. Zum Schluss könnt ihr schließlich noch optional ein Label einsetzen. Bei Leseproben bietet es sich an, den Titel des Buches und die Information, dass es sich um eine Leseprobe handelt, mitzugeben.

Wie ihr die einzelnen Werte benennt, könnt ihr frei entscheiden. Wichtig ist dabei nur, am Anfang genau festzulegen, was und wie ihr tracken wollt. Ändert ihr die Werte nämlich nachträglich wieder, ändern sich diese für die alten PDF-Downloads in Google Analytics rückwirkend nicht mehr und es kann zu einem Chaos bei der Benennung kommen. Überlegen solltet ihr beispielsweise also vor der Einrichtung, ob ihr die Kategorie „PDF“ nennt und die Information „Leseprobe“ im Label mitgebt oder ob ihr schon auf Kategorie-Ebene unterscheidet, zum Beispiel zwischen „PDF-Vorschau“ und „PDF-Leseproben“.

Zuletzt folgt noch die Information ’nonInteraction‘: 1. Verkürzt gesagt ist diese Angabe wichtig, damit eure Absprungraten nicht verzerrt werden. Würde nonInteraction nicht eingebunden, würde Google Analytics den Klick auf den PDF-Link als Aktion werten. Auch wenn ein Leser also auf der Buchproduktseite direkt aussteigt, würde dies nicht mehr als Ausstieg auf dieser Seite gewertet werden und die Absprungrate würde sich nur durch den Klick auf die Leseprobe verbessern.

Wie binde ich das Event-Tracking ein?

Den Code solltet ihr nun überall dort einbauen, wo auf eine Leseprobe verlinkt wird – in der Regel also auf jeder Produktunterseite. Der Link zur Leseprobe sieht in seinen Grundzügen meist so aus:

<a href="...pdf">Leseprobe</a>

Innerhalb des -Tags muss nun noch der Analytics-Code ergänzt werden:

<a href="...pdf" onClick="ga('send', 'event', 'PDF', 'Download', 'Leseprobe XY', {'nonInteraction': 1});">Leseprobe</a>

Wie kann in tracken, zu welchem Buchtitel eine Leseprobe heruntergeladen wird?

Richtet ihr den Code wie oben beschrieben ein, würde nun bei jedem Event als Wert „Leseprobe XY“ mitgegeben werden. „XY“ müsst ihr deshalb durch den Buchtitel ersetzen. Je nachdem, mit welchem Content Management System ihr arbeitet, geht dies aber zum Glück fast automatisch. Gehen wir davon aus, dass die Leseprobe auf einer Produktunterseite verlinkt ist, dann ist der Titel der Leseprobe gleich dem Titel des Buches – also der Produktseite.

Um den Leseprobentitel einzubinden, braucht ihr also nur für XY den Code eingeben, der den Produkttitel ausgibt. Bei WordPress kann dies zum Beispiel

<?php the_title(); ?>

sein.

Wie kann ich überprüfen, ob das Tracking funktioniert?

Navigiert in eurem Google Analytics Konto zum Menüpunkt Echtzeit – Ereignisse. Klickt auf den neu eingerichteten Link zur Leseprobe auf der Website. Innerhalb der nächsten Sekunden sollte das Ereignis von Google Analytics erfasst werden. Ab dem folgenden Tag könnt ihr dann alle Events im Ereignis-Bericht analysieren.

Was kann das Event-Tracking nicht?

Das Event-Tracking hilft euch nun zu messen, wie oft Leseproben über bestimmte Links auf eurer Website abgerufen werden. Damit kann es aber nicht tracken, wie oft diese Leseproben von externen Quellen abgerufen werden. Zumindest für die Frage, welche Besucher über Google direkt auf eine Leseprobe kommen, gibt es aber eine Lösung, die ich in einem weiteren Beitrag vorstellen werde.

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